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BÉATRICE SCHAFER

CURRICULUM, VITA ODER EIN UNKONVENTIONELLER LEBENSLAUF

Titel  - Alles nur Pseudosicherheit?

 

An dieser Stelle stehen meistens Zertifikate, Diplome, sogar ganze Litaneien. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, denn Titel und Zertifikate schenken nicht immer die gewünschte Sicherheit. Nicht zu vergessen, dass Litanei aus dem griechischen stammt, was übersetzt so viel wie „Bitten oder Flehen“ bedeutet. Es spielt eher eine untergeordnete Rolle, welche Fortbildungen besucht und/oder welche Titel erworben wurden, sondern wie und was der Mensch/Fachperson daraus macht. Natürlich hatte ich das Vergnügen unterschiedliche Aus- und Weiterbildungen zu absolvieren und ich werde auch zukünftig nicht darauf verzichten, denn den eigenen geistigen, körperlichen, emotionalen, Horizont zu erweitern ist ein starkes Bedürfnis von mir.

 

Die folgenden Zeilen geben nur ansatzweise einen Einblick in mein Leben, in meine Denk,- und Gefühlswelt; den für erlebtes und gelebtes Wissen, finden sich nicht immer die passenden Worte, sondern skizzieren eine Form meiner Erlebenswelt.

 

Der Weg zur LebensEssenz, zur SelbstFührung und zur SelbstWerdung

 

Innerlich getrieben nach der fortwährenden Sucht nach Anerkennung, Bestätigung und äusserer Sicherheit fand ich mich wiederkehrend in Lebenssituationen, die weder gesund noch förderlich für mich waren. Innerlich spürte ich, dass jede Menge aus mir herausBrechen wollte. Hinter einer Mauer von Verletzlichkeit, von innerer Unsicherheit, von Scham, von Schuldgefühlen, unterdrückter Wut und unendlicher Traurigkeit, verbarg ich, was ich wirklich fühlte - Ein verhängnisvoller Akt, der langsamen Zerstörung meines Wesens – ein Leben auf Eisschollen, ohne richtigen Halt.

 

Motivationssprüche, Visionsboards, Meditation, Reisen in ferne Länder, materiellen Besitz, das Aufsagen von Weisheiten aus aller Welt, unzählige Aus,- und Weiterbildungen, stillten ab und an meinen Wissensdurst, doch in der Tiefe, der unendlichen Weite meiner Seele fand kaum Veränderung statt. Die Sehnsucht nach Häutung, die alte Haut einfach abzuziehen, war stark, so dass ich mein Leben und den Sinn dahinter gänzlich in Frage stellte. Und so fand damals eine neue Quelle der Inspiration den Weg in mein Leben – ein Wesen aus Fleisch und Blut; ein Hund. Die gemeinsamen Schritte verhalfen mir zu Beginn zu mehr Halt und Stabilität und so auch für spätere tiefgreifende und schmerzliche Momente. Häuten, wie eine Schlange dies beispielsweise tut, benötigt Energie. Da Schlangen ihr ganzes Leben lang wachsen, müssen sie sich auch ständig das ganze Schuppenkleid abhäuten. Ich selbst fühlte mich, als hätte ich nicht nur eine Haut zum abhäuten, sondern einen Panzer – eine ganze Rüstung, und sie war im Gegenteil ganz und gar nicht einfach zum Abstreifen. Was bei der Schlange so reibungslos und leicht aussieht, bleibt beim Menschen an unterschiedliche Phasen gekoppelt und diese können ganz unterschiedliche zeitliche Dimensionen annehmen, denn die Schale zu zertrümmern, um an den Kern zu gelangen benötigt Zeit, Kraft und Energie. Das Wesen meiner Hündin war zart, sensibel, die Sprache klar wie ein Kristall, durch den ich mich selbst immer mehr erkannte. Sie lehrte mich „Mensch zu werden und Mensch zu sein“ und zeigte mir die Kunst der SelbstFührung – die Kunst ein gelingendes und freies Leben zu führen, indem ich schrittweise meine Herzensmauer niederriss. Jeder ist hier aufgerufen, seine eigenen Inspirationsquellen zu finden – Es können Tiere sein, die einem dazu verhelfen mehr über sich zu erfahren, um tiefe Biografiearbeit zu leisten. Allerdings ist unsere Welt prall gefüllt mit anderen einzigartigen Quellen von schöpferischer Kraft. Nicht immer sind diese Quellen als solche zu erkennen, bei einigen sind es menschliche nahrhafte Beziehungen, Grenzerfahrungen, Verluste, Kunst, literarische Werke oder eine Mischung von allem.

Sich erinnern….

 

Menschen, ob Mann oder Frau, die lange Zeit Opfer ihrer Prägungen, ihrer alten ungeklärten Geschichten sind, verbindet eines: Nicht alle hatten die idealen Startvoraussetzungen, um auf gewaltige Stürme des Lebens vorbereitet zu sein und noch all‘ zu sehr gehemmt sind, die wahre Freiheit zu leben. Genau dies ist die Chance, im „Hier & Jetzt“ neue Rahmenbedingungen zu erschaffen. denn es geht in erster Linie um das Erweitern des eigenen Möglichkeitsspektrums. Wer sich schon mehrmals im Leben, so wie ich, geirrt hat, und immer wieder von Neuem innere Stärke mobilisiert hat, geht oft ungewohnte Wege – Wege, die für andere kaum einen Sinn ergeben – Ich wusste, ich musste mich erinnern...

 

Kinder sind von Natur aus erlebnisfähig, gleichwohl extrem abhängig und befinden sich alle in einer verletzlichen Phase. Sind sie hochsensibel, sozial gehemmt, verfügen über biografische Belastungen und Persönlichkeitsdelikatessen und erleben körperliche und psychische Gewalt, kann es äusserst gefährlich werden – denn das einzige, was sich dieses Kind wünscht ist Liebe, Halt & Geborgenheit. Um all‘ dies zu erhalten und zu überleben, versucht es zu kompensieren, zu schauspielern, zu überspielen, zu verdrängen. Manche, so wie ich, waren Meister der Schauspielkunst; meine SehnSucht nach innerer Sicherheit suchte ich im Aussen, statt in meinem Innern zu suchen. Ich suchte und suchte und fand es nirgends - was ich so sehr suchte war der Halt eines Phantoms, welche es niemals für mich gab - einen Vater wird niemand ersetzen können. So entwickelte ich nahezu ein völlig falsches Selbsterleben. Wie lange kann ein Mensch dies aufrecht erhalten?

 

Den Schleier lüften

 

Wiederholungen des kindlichen Erlebens finden sich im Erwachsenenalter dann fast in sämtlichen Lebensbereichen. Manche Tarnungen sind derart gut, dass sie kaum auffallen. Manche schädliche Wiederholungen münden in einem kompletten Zusammenbruch, in Verlustsituationen (Job, Beziehung) oder es gibt Menschen, so wie ich, die stürzen sich ohne doppelten Boden in die Tiefe, in den freien Fall, um ihre Abgründe eigenständig aufzuspüren. Denn abseits des Alltagsgeschehens erkannte ich, dass meine Wiederholungsschleifen im Leben, Zeichen der "vergessenen Vergangenheit" sind – die Vergangenheit rief nach mir: damit ich mich erinnere, sie wieder fühle, sie erkenne, in mein Leben integriere, um sie dann zu würdigen. Während ich mit meinen verdrängten Erfahrungen in Berührung kam, mich erinnerte, es erlebte, es durcharbeitete, mich durch das Labyrinth der Ängste bewegte, suchte mein Körper Wege um sich Ausdruck zu verschaffen – mit einer Wucht, mit der ich damals nicht gerechnet hatte. Mein System kollabierte.

Wie fand und finde ich selbst immer wieder aus aussichtslosen Momenten heraus?

Forschergeist als Lebenselixier

 

Meine unbändige Neugier -Durch das Eintauchen in unterschiedliche Lebens,- und Berufswelten, ist meine Bildung interdisziplinär ausgerichtet; dies erlaubt mir, mich in andere Sichtweisen hineinzudenken und auch mitzufühlen. Ich weiss auch, wie es ist vor verschlossenen Türen zu stehen, alles zu verlieren und sich dennoch mit einem offenen Geist auf das Leben einzulassen, um mit der notwendigen Flexibilität neue Wege zu suchen und sie zu finden – Genau dies zeichnet mich als Mensch aus, und ich reiche dir die Hand, denn als Menschenbegleiterin fälle ich keine Entscheidungen für dich, sondern ich schenke dir die Sicherheit, dass du die richtigen Entscheidungen selbst fällen kannst - denn wahre Sicherheit entspringt aus der Tiefe des inneren Wesens.